Die andere Seite der Curvy Teil 2

Ich habe noch mal drüber geschlafen und darüber nachgedacht, was passieren könnte, wenn ich einen Beitrag verfasse, der eventuell Leute angreift oder erbost.

Mir ist jetzt nichts eingefallen, was mich abhält, diesen Eintrag zu schreiben. Ich finde es immer noch angebracht zu sagen, was mir nicht so gefallen hat auf der Curvy is Sexy. Also schießen wir mal los…

So viel Missgunst und Lästerei wie auf der Curvy gibt es sonst nur noch im TrashTV. Es kamen ungefähr 3 Leute zu mir, die mich um ein persönliches Gespräch baten. Sie hätten da was gehört, was ich angeblich gesagt habe etc. Oh Mann, echt jetzt? Da hatte jemand aber ziemliche Langeweile!

Wo kommt dieses Konkurrenzdenken denn her?

Wie kann eine erwachsene Frau, die eine andere Größe trägt, eine andere Hautfarbe hat und überhaupt ein ganz anderer Typ ist, mich als Konkurrenz sehen? Gerade in einer so oberflächlichen Branche wie der Modelbranche, ist doch jeder ein Individuum. Wenn sie eine dicke, weiße Frau suchen, dann suchen die Auftraggeber keine dicke, braune Frau. Also macht dieses Konkurrenzding keinen Sinn. Für mich jedenfalls nicht!


 

Von den 35 Ständen waren nur 9 nach meinem Geschmack. Ja, ich weiß, Mode ist Geschmacksache ;-)Aber es ist wohl immer noch gang und gäbe, Kleidung für große Größen in sehr großen Größen zu produzieren. Das heißt, da trifft die Ballonjacke auf die Ballonhose in trendigem Schwarz-Grau. Ich habe doch tatsächlich an einem Stand das leider wohl immer noch so angesagte Tigerkopfmit StrasssteinenT-Shirt gesehen, das an einem Körper mit mehr Busen und mehr Bauch in 3D schimmert.

Leute, was ist da los? Was will man denn mit einem solchen GlitzerTigerkopf aussagen?

Was für dicke Menschen sieht man im TV?

Es sind meistens Dicke, die abnehmen wollen.

Dicke, die bei einem Tauschexperiment immer auf der „Verliererseite“ sind und ein 3DTigerkopfT-Shirt tragen.

Dicke,  die lustig sind, sich mit Absicht schlecht kleiden und sich übers Dicksein lustig machen.

Was wollen wir Plus-Size-Frauen und -Männer für ein Statement setzen bzw. welchen Eindruck wollen wir hinterlassen?

Ja, gut, ich bin auch tierisch lustig! Aber auch nicht mehr oder weniger lustig als andere, die weniger wiegen.

Auf der Curvy gab es ein Beispiel von dem, was ich eben beschrieben habe: Eine Truppe in viel zu engen pinken T-Shirts, blinkenden Krönchen und einer Dose von irgendeinem mit Farbstoff versetzten Getränk, die sich auf einem Sofa lümmelt und sehr stark um Aufmerksamkeit buhlt. Einige in diesen pinken Shirts sahen selbst nicht so glücklich mit der Situation aus. Ich war verwundert, denn einige von ihnen hatte ich schon das eine oder andere Mal sehr gut gekleidet auf Facebook oder Instagram gesehen. Deshalb schien es mir fast so, als ob sie sich aus Versehen schriftlich dazu verpflichtet hätten. Immer das Kleingedruckte lesen, Mädels!

Ja, ich weiß, in dieser Branche geht es um Aufmerksamkeit. Aber kann man das nicht gut verpacken? Ihr dürft zweimal raten, auf wen sich das Fernsehteam und die Fotografen gestürzt haben. So was sieht man dann im TV und schon haben wir lustigen Dicken die Curvy is Sexy genutzt, um einen Junggesellinnenabschied zu feiern.

Ich möchte diesen Stempel nicht haben. Ich spreche hier nur für mich. Wer darauf steht, bitte. Aber ich habe so viel mehr zu bieten als einen schlechten Klamottengeschmack, ungesunde Ernährung und faul auf der Couch zu sitzen.

Ich bin eine attraktive, intelligente, humorvolle und modebewusste Frau. Und ich will mehr von DIESEN Frauen sehen!

8 Kommentare zu „Die andere Seite der Curvy Teil 2

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  1. Guten Abend,
    ich finde es gut, dass Sie hier ihre eigene Meinung niederschreiben.
    Ich und meine beiden Freundinnen waren auch als Gäste auf der „Curvy“ und ich muss gestehen, nicht alles entspricht meinem Geschmack und auch nicht alles was mir gefiel, gefiel meinen Freundinnen. ABER muss ich deshalb über ein Label, eine Firma, eine Person oder wie auch immer, schlecht berichten ?

    Ist es wirklich notwendig immer irgendjemanden in den Dreck oder durch den Kakao zu ziehen ?

    Mir stellt sich immer die Frage, warum berichten solche Menschen wie Sie, nicht einfach über die schönen Dinge im Leben bzw. in diesem Fall über die schönen Dinge der „Curvy“.

    Haben Sie evtl. einen privaten Streit mit diesen Menschen ?
    Klar ist, wenn ich etwas negatives zu einer Sache finden möchte, dann finde ich dies auch !
    Und sei es nur eine Kleinigkeit, die dann zu einem riesen Drama gemacht wird.

    Es gibt so viele schlechte Nachrichten in der Welt, warum muss man dann immer Streit, Hass und Ärger verbreiten ?

    Ich weiß, dies ist ihre eigene Meinung und dies akzeptiere ich auch so.

    Ich möchte dies einfach nur mal geschrieben haben, da wir die Damen auch gesehen haben und sie uns alle sehr sympathisch waren.
    Und in der Zeit wo wir sie gesehen haben, schien keine als wäre sie unglücklich mit dem was sie da tut.

    Einen lieben und herzlichen (auch wenn ihr Bericht nicht meine Meinung widerspiegelt) Gruß
    Andrea G.

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  2. Ich finde deine Einstellung sehr gut. Dieses Konkurrenzdenken unter Frauen ist allgegenwärtig und regt mich wirklich auf.

    Plussize Mode trifft auch nicht immer meinen Geschmack. Ich bin froh, dass es das überhaupt gibt und ich schöne Mode für mich finde.

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  3. Die Curvy ist ja in erster Linie eine Messe für den Einzelhandel….Ich fand es in den letzten Jahren auch immer schwierig zu sehen und zu hören, in welche Schublade uns dieser gerne steckt. Eingekauft und produziert wird oft von sehr schlanken, per se modischen Menschen. Menschen, die nach meiner Meinung nicht mal im Ansatz eine Idee haben, was wir eigentlich wollen. Menschen, für die es unvorstellbar ist, dass sich ein dicker Mensch in seiner Haut wohl fühlt und Bock auf echte Mode hat. Mancher Einzelhändler versucht halbherzig das Plus Size Segment bei sich zu etablieren und kauft dann diese Säcke. Vielleicht weil er denkt, das ist es, was dicke tragen sollten……Dann höre ich oft Plus Size läuft bei uns nicht. Es ist ein schmaler Grad. Denn die Masse der dicken Menschen ist nicht so selbst- und modebewusst, wie wir das in unserer Bloggerblase gerne glauben möchten. ABER, es bewegt sich was! Dafür ist die Curvy das Barometer, so sollten wir das wohl betrachten. Was den Neid betrifft und das daraus resultierende Geläster………Neid muss man sich verdienen. Wichtig ist aber auch, das man den Arsch in der Hose hat, dass anzusprechen. Vielleicht war es ja auch so, das da jemand gezielt Zwietracht sähen wollte?! Ich wünsche dir jedenfalls sehr viel Erfolg mit deinem Blog und bin gespannt auf deinen zukünftigen Content.

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  4. Wenn modemutige Mädels mehr im stationären Einzelhandel kaufen würden, statt online, hätten die inhabergefuehrten Einzelhandelsgeschaefte vielleicht auch mehr Mut modischer einzukaufen! Aber was bleibt dem stationären Einzelhandel? Aeltere Plussize Mädels, die auf Glitzer Tiger Shirts stehen!

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    1. Liebe Julia, dann zeige mir mal, wo ich Fashion ( also Mode die ihren Namen auch wirklich verdient) in einer durchschnittlichen Kleinstadt bekomme?! Ich muss dafür nach Osnabrück (Rubys) Hamburg (Kurvenhaus) oder für noch mehr Auswahl nach Berlin düsen um im Einzelhandel shoppen zu können. Ich kaufe nicht freiwillig im Internet. Ich würde viel lieber „normal“ shoppen gehen. Doch bleibt mir gar nichts weiter übrig. Unsere H&M Plus Size Abteilung ist überschaubar und sehr ausgesucht….der einzige kleine Plus Size Laden in meiner Stadt, hat sich mir gegenüber wenig Kundenorientiert gezeigt. Da bin und bleibe ich dann weg. Zu mal es sogar die Inhaberin selber war. Für mich übrigens eines der größten Probleme der Branche. Ich komme aus dem Einzelhandel, habe das gelernt und lege daher auch Wert auf ein Mindestmaß an Kundenorientierung. Bei allem Verständnis für die Probleme der Branche kann ich aber keine Mitleidskäufe tätigen. Ich bin der festen Überzeugung, das auch die „Glitzer Tiger Shirt Kundin“ modisch abgeholt werden kann. Man muss sie motivieren und überzeugen. Eine sehr gute Verkäuferin kann das leisten…..Auch wenn das viele dieser inhabergeführten Läden ungern einsehen wollen. Aber die o.g Erfolgreichen in diesem Segment machen es anders und das läuft wie Schnittchen. Hinfahren, angucken, anders machen und ihr bekommt mit Freude mein Geld.

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    2. Liebe Julia, wenn der stationäre Einzelhandel mehr zu bieten hätte als entweder konservativ-verhüllendes oder schreiend-bunte Glitzersäcke, dass würde ich dort auch einkaufen. Wenn die Läden nichts führen, was mir gefällt, wie kann ich dann dort einkaufen? Wenn ich mir schick und feminin anziehen will, bleibt mir nichts anderes übrig, als auf die Onlineshops auszuweichen oder in Ländern einzukaufen, wo es zumindest ein paar brauchbare Läden gibt (zB Simply be oder Yours Clothing oder New Look Inspire in London). Dass diese Plus-Läden sich dort längst erfolgreich etabliert haben, zeigt doch, dass es eine Nachfrage gibt. Wenn der Einzelhandel nicht begreifen kann oder will, was gerade jüngere, modebewusste Kundinnen wollen, ist das ihre Schuld …
      PS: Ich lebe in einer Stadt mit fast 2 Millionen Einwohnern. Es gibt sage und schreibe EINE Boutique, wo es ein paar Labels gibt, die ich mag, nur leider hat die Besitzerin einen gnz anderen Geschmack als ich, also werde ich dort auch nicht fündig. Abgesehen von diesem einen Shop gibt es eine Handvoll Ketten, deren Plus-Abteilungen (so sie überhaupt welche haben) irgendwo auf dem halben Weg nach Mordor angesiedelt sind, und wo man mit Glück alle heiligen Zeiten ein schickes Teil findet – und das kann es doch nicht sein, oder?

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